Mein erster Monat als Deutschlehrer bei DoG

Kit, 22.02.2016

Zu DoG bin ich gekommen dank einer Vorstellung der AMSA, der Studienorganisation an der MedUni Wien. Es wurden nahezu alle Organisationen vorgestellt, die sich für Flüchtlinge in Wien einsetzen. Unter all den Möglichkeiten fand ich DoG am interessantesten, da für mich die Landessprache die Basis zur Integration darstellt. Sprachkurse anzubieten, um motivierte Flüchtlinge unkompliziert und informell zu unterstützen, finde ich höchst sinnvoll.

Eine Woche später fand das Infotreffen von DoG statt, wo die Organisatoren von DoG uns alles erklärt haben, was für Kurse sie wo anbieten und wie wir Freiwillige uns engagieren können. Das Schöne an DoG ist, dass wir sehr flexibel uns einteilen können als Lehrer für Kurse und wir immer mit jemandem zusammen hingehen, der schon erfahrener ist und uns an die Hand nehmen kann am Start.

Dienstag abends findet regelmäßig ein Kurs im 3. Bezirk. Da habe ich mich dann auch direkt über den Doodle Link anmelden können und konnte ganz einfach dann meine 1. Stunde mit den schon erfahrenen Lehrern Melina und Benjamin antreten. Man trifft sich einfach am U-Bahn Ausgang und geht dann zusammen die 200m zum Gebäude.

Mein erster Eindruck vom Gebäude war, dass es so ein bisschen den Flair von einer ziemlich großen Jugendherberge hatte mit ziemlich vielen Stockwerken. Dort angekommen mussten wir den Hauptamtlichen vor Ort Bescheid geben und schon wurde uns der Unterrichtsraum geöffnet.

Der Raum ist recht groß, überall der Wand sind Whiteboards und auch ein Flipchart steht zur Verfügung. Man kann problemlos sich in bis zu 4 Gruppen aufteilen im gleichen Raum. Tröpfchenweise trudelten unsere Schüler dann auch ein, insgesamt 30 an dem Tag. Während in Erdberg alle Schüler männlich sind, sind es in Ottakring viele Familien. Erst gab es die Begrüßungsrunde, bei der man feststellen kann, welche Schüler schon weiter sind in der Sprache.

Ich übernahm die Gruppe der Fortgeschrittenen und konnte gleich erfahren, wie motiviert die Jungs bei der Sache waren. Über die ganzen 90 Minuten waren alle voll dabei und ich konnte ihnen vieles beibringen, sei es Konjugationen beim Nebensatz oder Steigerungsformen oder einfache Vokabelübungen. Manchmal verstehen die Schüler mich nicht, aber dank Mimik, Gestik und dem Teamwork der Schüler untereinander, findet sich immer eine Lösung am Ende.

Und bei allen meinen Unterrichtseinheiten seitdem war das Bild dasselbe. Klar sind manches Mal die Schüler etwas müder, sei es wegen mehr Terminen oder einem Abendessen, was schwerer zu verdauen war. Aber dennoch war immer eine hohe Grundmotivation vorhanden, die es einem als Lehrer sehr einfach macht, einen kurzweiligen Unterricht für alle Beteiligten auf die Beine zu stellen.

Fazit: Sowohl die erfahreneren Freiwilligen bei DoG als auch die engagierten Flüchtlingsschüler machen einem das Unterrichten sehr leicht. Ich würde jedem neuen Mitglied bei DoG empfehlen, es einfach zu probieren als Lehrer, man hat sehr schnell den Dreh raus.

Ich kann meinen eigenen Unterrichtsstil mit einbringen, indem ich die Themen betone, die ich persönlich für äußerst nützlich für die Schüler erachte. Es gibt keinen festen Lehrplan, den wir blind befolgen müssen, sondern der Unterricht wird angepasst an dem, was Schüler und Lehrer zusammen als sinnvoll erachten in den Lehrstunden.

Mit besten Grüßen

Kit Diep

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