Erste Erfahrungen

Angelika, 10.10.2015

Erst vor wenigen Tagen hatte ich den ersten Kurs mit den Jungs aus Erdberg. Gemeinsam mit einer Studienkollegin schmiedete ich den ein oder anderen Plan, was wir in der Einheit machen wollen, was wir ihnen beibringen wollen – doch wie heißt es so schön: „Leben ist das was geschieht, während man eifrig dabei ist, andere Pläne zu schmieden.“ Die Jungs in unserer Gruppe konnten nämlich schon etwas mehr, als wir uns gedacht hatten.

Mit dem Vorstellen, den Zahlen, hatten die meisten – wir hatten die Gruppe der leicht Fortgeschrittenen – keine Probleme mehr und so begannen wir mit einer Wiederholung der Körperteile. Ein bisschen eigenartig kommt man sich zu Beginn schon vor, wenn man vor einer Gruppe Menschen steht, die man noch nie zuvor gesehen hat, die weiß Gott was alles hinter sich haben und dann mit zwei Fingern auf die Augen zeigt und alle rufen: Augen. Aber gerade das ist einfach für den Anfang, wenn man noch nicht einschätzen kann, wie gut sie Deutsch/Englisch sprechen – einfach auf das gesuchte Körperteil hinzeigen und sie wissen bestimmt, was gemeint ist.

So wiederholten wir alle Körperteile von den Zehen bis zu den Haaren und in direkter Überleitung ging es weiter mit den Kleidungsstücken. Eine Strumpfhose kennen die Männer aus Afghanistan nicht, allerdings wollten sie das deutsche Wort Burka wissen – eigentlich logisch, daran haben wir allerdings nicht gedacht. Da haben uns die doch unterschiedlichen Kulturen einen Strich durch die Rechnung gemacht.
Anhand von Bildkarten sollten sie dann die Kleidung der dargestellten Personen – Mütter, Väter, Kinder – beschreiben: „der gelbe Schal“, „die blaue Jacke“ („mit einem gelben Kragen“). Besonders interessiert schienen sie an der richtigen Verwendung der Artikel, was ich für die erste Stunde noch gar nicht erwartet hätte.
Und zum Schluss durfte jeder von ihnen noch sagen, wie viele Geschwister/Brüder/Schwestern er hat. Auch die Vokabel dafür, für Familienverhältnisse, haben wir gesammelt, die meisten wussten aber schon viele davon. Es ist spannend, wenn die Jungs dann von ihren 6 Brüdern und 3 Schwestern erzählen, ich glaube, weniger als 5 Geschwister hatten in unserer Runde nur die Eva und ich.

Nach den eineinhalb Stunden hat sich dann jeder Zweifel von unserer Seite verflüchtigt. Die Jungs waren total engagiert und haben fleißig mitgetan, auch die anfängliche Sprachbarriere, die dann eigentlich gar keine war, ist kaum erwähnenswert. Es ist echt ein schönes Arbeiten mit so zielstrebigen und ehrgeizigen „Schülern“ wie ihnen, ich freue mich schon aufs nächste Mal.

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